Kann man 25.000 Worte pro Minute lesen oder in anderen Worten -
funktioniert Photoreading wirklich?


Vielleicht haben Sie von diesen Versprechungen schon einmal mal gehört – bekannt geworden ist diese
Idee unter dem Namen Photoreading oder Mental Photography.
Die Erfinder dieser Methode, Richard Welch undPaul Scheele behaupten, damit könne man den
Inhalt eines Buches genauso schnell aufnehmen, wie man es durchblättern kann.


Kann man diesen Versprechungen glauben?

 
Ehrliche Antwort: ja und nein.

Nach unseren Erfahrungen mit Hunderten von Seminarteilnehmern, denen wir eine Variante dieser
Methode beigebracht haben, gibt es extrem wenig Menschen, die nach dem Vorgang tatsächlich
direkt abrufbares Wissen aufgenommen haben.

Vielleicht einer von 100 - wenn’s hoch kommt.

Ich selbst habe bisher erst drei Personen kennengelernt, die mir ehrlich vesichert haben, dass sie tatsächlich Wissen speichern können auf diese Weise.


Es scheint also in Ausnahmefällen zu funktionieren.


Wir haben es inzwischen trotzdem aus unseren Live-Seminaren herausgenommen, weil Photoreading definitv für die meisten Menschen keinen wirklichen Gewinn bringt.

Ob das nun daran liegt, dass die Methode nicht funktioniert oder daran, dass der Lernaufwand für die Methode zu hoch ist - das lässt sich meist nicht wirklich klären.

Hinzu kommt, dass die meisten Menschen erfolgsorientiert sind. In anderen Worten – wenn ich eine Methode anwende, dann erwarte ich auch ein Ergebnis und zwar möglichst schnell. Und genau das ist beim Photoreading leider, wenn überhaupt, erst nach sehr langem Üben zu erwarten.


Zwei wesentliche Faktoren behindern das Photoreading:

  1. Der Vorgang funktioniert nur in absoluter Tiefenentspannung. Und das ist für die meisten Menschen sehr schwer zu erreichen - zumindest ohne Hilfsmittel.
  2. Informationen kommen nur dann wieder an die Oberfläche des Bewusstseins, wenn man „loslässt“. Oder anders ausgedrückt: Wenn ich es nicht erzwingen will, sondern ohne Druck und Kontrolle nehme was, mein Gehirn mir anbietet. Und das ist extrem schwer umzusetzen für die meisten Menschen. Schließlich wollen wir ja etwas erreichen und können es nicht dem Zufall oder anderen nicht kontrollierbaren Faktoren überlassen, ob wir uns an eine wichtige Information erinnern oder nicht.

Ich selbst habe die versprochenen Effekte auch nach einem halben Jahr Training noch nicht erlebt.

Zu hoffen, dass man nach entspanntem Durchblättern und nachfolgendem Aktivieren die wesentlichen Informationen des Buches wiedergeben kann – das ist in den allermeisten Fällen also unrealistisch.


Ein paar Erfolge stellen die meisten allerdings doch fest...


Denn es gibt auf der anderen Seite durchaus ein paar praktische, sinnvolle Effekte des Photoreadings, die den Aufwand dann doch lohnen:

In sehr vielen Fällen geht nämlich das „normale“ Lesen hinterher deutlich schneller und das spart Zeit.

Und – viele Tester haben festgestellt, dass auch schwierige Texte, die Sie vorher „photogelesen“ haben, sich „leichter“ anfühlen. Als ob man sie schon kennen würde oder schon einmal gelesen hat. Das steigert die Motivation und damit die Geschwindigkeit, mit der Sie Informationen aufnehmen.

Sehr praktisch bei Büchern vor denen man „Angst“ hat und/oder schon eine Weile vor sich hergeschoben hat.


Fazit


Photoreading/Mental Photography funktionieren in den allermeisten Fällen nicht wie versprochen.

Aber es gibt trotzdem Effekte, die den Vorgang lohnenswert machen können – wenn es einem gelingt, sich wirklich zu entspannen. Und in seltenen Fällen klappt’s eben doch ;-)

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Haben Sie was von diesem Selbstlernkurs gehabt und wenn ja, was?

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Oder anders ausgedrückt: Wie ist Ihre generelle Meinung zu diesem Selbstlernkurs?

  • o.k. , weiter so, toi! toi! toi! Viele neue Ideen! ... ich höre gern von dir! ..
  • Ich bleibe erstmal treu (wie war das doch mit der LearningMachine… habe mich schon angemeldet…)

und ich finde spannend, dass Menschen sich dieses Thema auf die Fahne geschrieben haben, es angehen und Erfolg haben und hoffentlich viel Erfolg haben.

Mit satireikianischen Grüßen

Ingolf Serwuschok

Geschäftsführender Gesellschafter
Kabarett Theater SanftWut GmbH, Leipzig